DAS VIRTUELLE MUSEUM DER KHMER-KUNST
HERKUNFT

 

 

   

 

Geschichte beginnt meist mit Legenden. Hier heiratete ein indischer Brahmane namens Kaundinya Soma, die Königin von Funan. Das war der Beginn der Dynastien der Könige von Funan. Der Name Funan stammt wahrscheinlich aus der chinesischen Übernahme des alten Khmer-Wortes bnam (Berg). Wie sich die Funanesen selbst nannten ist nicht bekannt.

Härtere Fakten stammen aus dem ersten Jh. v. Chr., als sich einige Stadtstaaten mit wohl austro-asiatischer Mon-Bevölkerung verbündeten. Das neue Königreich hatte sein Zentrum im unteren Mekong Delta. Seine Hauptstadt Vyadharapura (Stadt der Jäger) wurde bis heute nicht gefunden. Der starke indischen Einfluß auf Sprache, Gesetzgebung und Religion in dieser Zeit ist vielfach belegt. Funan war eine bedeutende Station auf den Seerouten und es kontrollierte so den Seehandel zwischen Indien und China. Die wohl wichtigste Hafenstadt war Oc Eo. Die frühesten Nachweise datieren aus der Mitte des 3. Jh. n. Chr. (vgl. Chinesische Quellen). In dieser Zeit erreichte Funan seine größte Ausdehnung unter der Herrschaft des Königs Fan Shi Man. Nahezu alle Staatsgebilde in Thailand, Malaysia und im südlichen Burma brachen zusammen. Nur das riesenhafte chinesische Reich hatte die Macht ein politisches Gegengewicht zu bilden.

Im sechsten Jahrhundert brach Funan zusammen und wurde vom Chenla-Königreich ersetzt. Die Wiege von Chenla lag in der Gegend von Wat Phu im Süden von Laos mit der Hauptstadt Bhavapura. Bhavavarman, der letzte König von Funan, heiratete eine Prinzessin aus der königlichen Familie von Chenla. Diese wurden die Begründer des ersten Khmer-Reiches.

© National Geography, 1973

 

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