DAS VIRTUELLE MUSEUM DER KHMER-KUNST
KUNST VON FUNAN

 

 

     
 

zurück

 

Vishnu

Phnom Da - Funan (6. - 7. Jh.)

 

 

Herkunft: Provinz Dong Thap, Viet Nam
Höhe:20 cm
Provenienz: Privatsammlung Neuchâtel, Schweiz
Kat.-Nr.: khmer070

 

Vishnu
  ZoomHi-Res.: 1600x2400 (660 KB)

 

Schon in früher Zeit war der Vishnuismus vorzugsweise mit den jeweiligen Herrschern des Reiches verbunden. Der Shivaismus war weniger exklusiv. Vishnuismus existiert in verschiedenen Ausformungen. Die Form, die in Kambodscha vorherrschte, war Pancaratra, der Glaube, dass die Evolution des gesamten Universums von Vishnu angeregt wurde, der den Kreislauf von Werden und Vergehen kontrolliert.

Der Vishnu-Kopf war Teil einer freistehenden Statue ohne einen „Hufeisen-Bogen“ (ein Unterstützungsbogen an der Rückseite der Mitra). Dieser Typus von Statuen scheint in der Phnom Da Zeit seltener gewesen zu sein. Ethnologisch weist die schmale, gerade Nase auf einen Mon-Tpy hin. Die mandelförmigen Augen, der sensible Mund mit dem angedeuteten Schnurrbart und die Augenbrauen deuten noch auf indische Einflüsse hin. Die Behandlung der Haare ist ein zuverlässiges Kriterium für die Phnom Da Kunst. Die kiritamutaka (hohe zylindrische Mitra) ist am Hinterkopf nicht weit heruntergezogen, um die Hinterhaupthaare zu bedecken. Dies war ein typisches Kennzeichen der früheren Funan-Kunst. Unter der Mitra schauen Locken hervor, die bis zu den Schultern herabfallen. Dieser Kopf ist in mancher Hinsicht untypisch, weil die gekräuselten Locken fehlen, die normalerweise an den Schläfen und der Stirn zu sehen wären. Andererseits ist hier Vishnu bereits mit einem Schnurrbart dargestellt, einem Attribut, welches nahezu keine der sehr frühen Statuen aufweist.

Das Material ist grau-bläulicher, feinkörniger Muschelkalk. Die Oxydation im Erdreich veränderte die Oberfläche zu einer polycromen, microerodierten, mittelbraunen Patina. Einzelne Stellen sind mit hellbraunen Flecken gesprenkelt. Ein Teil des linken Ohres ist vor langer Zeit abgebrochen. Einige weißliche Flecken sprechen für eine kalkhaltige Erdumgebung. Die Spuren von nicht-organischen, mineralischen, Elementen an verschiedenen Stellen deuten darauf hin, daß dieses Stück ursprünglich eine Grabbeigabe war.

vgl.:
Dupont, P., Art de Dvaravati et art khmer. Les Buddhas debout de l'époque du Bayon. (=Revue des arts asiatiques, X, pl. IX, XXII, XXXIII-XXXVI )
Dupont, P., La statuaire préangkorienne, Ascona 1955
Entdeckungen. Skulpturen der Khmer und Thai, Stuttgart 1989, Abb. S. 37, 39

     
Torso
    blank    
Torso
Torso
    blank    
Torso
   
       

© 2004-2017