DAS VIRTUELLE MUSEUM DER KHMER-KUNST
KUNST VON FUNAN

 

 

     
 

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Durga
Bhahagavati Mahishasura-Mardani

Phnom Da - Funan (6. - 7. Jh.)

 

 

Herkunft: Provinz Dong Thap, Viet Nam
Höhe:60 cm
Provenienz: Privatsammlung Neuchâtel, Schweiz
Kat.-Nr.: khmer064

 

 

Durga
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Zwei Statuen, die wir hier zeigen (siehe Vishnu), gehören zu den seltensten bisher bekannten religiösen Skulpturen der frühen Khmer-Kunst. Gerade vor ein paar Jahren wurden die ersten Statuen, die diesen Stil repräsentieren, aus vietnamesischen Ausgrabungen veröffentlicht (Khoo 2004). Es gibt eine Reihe von guten Gründen anzunehmen, dass diese Statuen Vorgänger des sogenannten Phnom Da Stils sind, der um 514 n. Chr. begann. Werfen Sie einen Blick auf unsere website FUNAN.DE, um die vergleichbaren Stücke, die wir in Publikationen fanden, anzusehen Wissenschaftlich wurde diese erste Epoche der Khmer-Kunst völlig vernachlässigt. Sie fand erst seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Bemühungen deutscher und vietnamesischer Wissenschaftler Beachtung.

Letztendlich gibt es keine eindeutige Sicherheit, daß diese Statue Durga darstellt. Ebenso könnte hier Lakhsmi, Vishnu’s Gattin, die Göttin der Schönheit, abgebildet worden sein. Nach langen Diskussionen kamen wir zu dem Schluß, daß stilistische Gründe und das Kontinuum des Herkunft eher für ein Portrait der Durga sprechen. Durga (Sanskrit: "die schwer zu Verstehende") ist die Devi, die ihren Anhängern als saumya (freundlich und mild), aber auch als ghora (angsteinflößend und schrecklich) erscheint. Nach dem Skanda Purana (einem bedeutenden religiösen Hindu-Text) ist sie niemand anders als Parvati (die Göttin der Zerstörung und Erneuerung), die auf Shivas Bitte hin die Rolle einer Kämpferin übernimmt, um einen gigantischen Dämonen (asura) zu töten. Der Dämon kann von keinem der Götter besiegt werden, weil er durch einen speziellen Zauber geschützt ist. Nur Parvati ist imstande, ihn zu töten und deshalb wird die Göttin Durga genannt.

Die Statue ist in samabhanga Stellung (gleiche Ausrichtung der Glieder in einer zentralen Linie) gearbeitet. Die Haltung der Skulptur zeigt eine gewisse Steifheit, eine Art Spannung, die die kontrollierte innere Kraft ausdrücken soll. Diese Unnahbarkeit ist der Ausdruck der Durga in ihrer Rolle als Bghagavati Mahishasura-Mardani (die Göttin, die den Dämon Mahisha tötete). Die Distanziertheit wird durch eine hieratische Frontalität, die zurückhaltende Behandlung des schlanken Körpers und die subtile Andeutung des sarong verstärkt. Nur der leichte Hüftschwung (abanga) kompensiert die starre Komposition.

Durga trägt nur die typische kiritamutaka (Mitra) und einen langen sampot,den typischen Rock der Khmer, um ihre königliche Stellung anzuzeigen. Die Drapierung der Schlaufe, die diesen sarong zusammenhält, ist ein eindeutiges stilistisches Kennzeichen der frühen Funan-Statuen. Die rechteckige Komposition wird durch Verwendung eines horizontalen, geraden Bogens bewirkt, der die oberen Arme abstützt. Diese Komposition wird noch durch die vertikalen Hilfsstützen für die unteren Arme intensiviert. Von Vishnu erhielt die Durga die Attribute: gada (Keule), die für die Macht des Wissens steht, chakra (Diskus) als Symbol der Kraft. sankha (Muschelhorn) bezeichnet den Ursprung der Existenz und mathi (Ball) ist das Symbol für die Erde.

Die Statue ist perfekt erhalten, ohne Beschädigungen und Fehler. Die Erde, in der sie gelegen hat, gab dem Hartstein eine hübsche dunkelbraune Färbung. Beide Statuen befanden sich seit 1963 im privaten Besitz einer Schweizer Familie.

vgl.:
Art and Archeology of Fu Nan, ed. by J. Khoo, Bangkok 2004, Abb. S.139, S.140
Dupont, P., La statuaire préangkorienne, Ascona 1955, pl. XVIII
Das Heilige Bildnis. Museum f. Ostasiatische Kunst, Köln 1979, Abb. S. 14, 85

     
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