DAS VIRTUELLE MUSEUM DER KHMER-KUNST
KUNST VON FUNAN

 

 

     
 

zurück

weiter

Lakshmi

Phnom Da - Funan (6. - 7. Jh.)

 

 

Herkunft: Provinz Dong Thap, Viet Nam
Höhe: 41 cm
Provenienz: Privatsammlung Neuchâtel, Schweiz
Kat.-Nr.: khmer061

 

 

Lakshmi
  ZoomHi-Res.: 1600x2400 (431 KB)

 

Der fragmentarische Charakter dieser Statue lässt keine eindeutige Entscheidung zu, ob es sich um eine Darstellung der Göttin Durga oder ein Bildnis von Lakshmi, der Gattin Vishnus handelt. Beide Gottheiten  werden gewöhnlich mit vier Armen (caturbhuja) abgebildet.  Die körperbetonte Ausführung  lässt vielleicht eher an Lakshmi, die Göttin der Schönheit, denken. Als Gefährtin von Vishnu, der über allen Reichtum verfügt, manifestiert sich Lakshmi gleichfalls auch als Spenderin des Wohlstandes.  In der indischen Kunst wird Lakshmi auch achtarmig dargestellt. Dann hält sie die Waffen Vishnus in ihren Händen: den Wurfdiskus (chakra), das Gehäuse einer Schnecke (sankha), welches geblasen wurde, um die Feinde zu erschrecken, die Keule ( gada) und den Dreizack  (trisula). So wird sie zu Mahalakshmi (Große Lakshmi), einem Aspekt der Durga selbst.

Das Fehlen von Haarlocken, die unter der Mitra (kiritamukata) hervorschauen und die Drapierung der Schlaufe, die den sarong hält, sind typische Kennzeichen eines sehr frühen Stiles, der eindeutig vor allen bekannten Plastiken der Phnom Da Kunst liegt. Die gesicherte Herkunft der Plastik aus dem heutigen Viet Nam läßt eine Zuordnung in die Kunst von Funan zu. Die frühesten bekannten Statuen dieses Kunst-Stils stammen wohl aus dem späten 5. Jh. n. Chr. Die leichte Neigung des Kopfes und die Betonung des rechten Beines als Standbein brechen mit den sonst üblichen ikonograpisch vorgegebenen statischen Darstellungszwängen. Diese individualisierenden Tendenzen und die handwerklich perfekte Arbeit lassen diese kunsthistorisch sehr interessante Plastik zu einem der wirklich bemerkenswerten Funde der Funan-Kunst werden.

Stilistisch entspricht diese Figur der gleichfalls hier vorgestellten Vishnu-Statue und der Lakshmi-Statue, so daß zu vermuten ist, daß die drei Figuren zeitlich sehr eng zusammengehören. Auch hier sind die Bruchstellen an Armen und Beinen in ihrem Oxydationsgrad nicht von der übrigen Oberfläche zu unterscheiden. Farblich tendiert die graue Steinoberfläche des Hartsteines ein wenig ins Grünliche.

vgl.:
Angkor. Göttliches Erbe Kambodschas, Kunsthalle der BRD, Bonn 2007, S.61, S.62
Art and Archeology of Fu Nan, ed. by J. Khoo, Bangkok 2004, Abb. S.47, S.54
Dupont, P., Art de Dvaravati et art khmer. Les Buddhas debout de l'époque du Bayon. (=Revue des arts asiatiques, X, p. 63-75)
Dupont, P., La statuaire préangkorienne, Ascona 1955, Planche XXXIX B, XLIII A
Entdeckungen. Skulpturen der Khmer und Thai, Stuttgart 1989, Abb. S. 50, 52
Angkor. Hrsg.v. De Fabiani, V., Vercelli 2002, Abb. S. 31

     
Lakshmi
 
Lakshmi
    blank    
Lakshmi   Lakshmi
    blank    
Lakshmi   Lakshmi
         

© 2004-2017