DAS VIRTUELLE MUSEUM DER KHMER-KUNST
KUNST VON FUNAN

 

 

     
 

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Lakshmi

Phnom Da - Funan (6. - 7. Jh.)

 

 

Herkunft: Provinz Dong Thap, Viet Nam
Höhe: 31 cm
Provenienz: Privatsammlung Neuchâtel, Schweiz
Kat.-Nr.: khmer060

 

 

Lakshmi
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Die Göttin Lakhsmi wurde – ebenso wie bei den Griechen Aphrodite – aus dem Ozean (dem Milchozean der Hindu-Mythologie) geboren. Bereits die Veden berichten von ihr als Gemahlin Vishnus. Zusammen mit ihm inkarniert sie zu Situ, wenn Vishnu als Rama erscheint. Sie wird zu Radha, wenn er als Krishna inkarniert. Die bedeutende Göttin gilt allgemein als die Personifizierung von Glück und Schönheit.

Die freistehende Figur in samabhanga (gleiche Ausrichtung der Gliedmaßen in einer zentralen Linie) trägt eine zylindrische Mitra (kiritamukata) und ist mit dem obligatorischen langen und enganliegenden sampot bekleidet. Das Gewand ist an der Taille befestigt, bedeckt gerade den Nabel und wird durch eine Schlaufe gehalten. Die jeweilige Form und Drapierung dieser Schlaufe ist ein recht eindeutiges Stil- und Herkunftskriterium. Die Falten des Stoffes sind nur leicht eingraviert. Wie bei den meisten Statuen zeigt auch diese Figur auf der Rückseite keine Drapierung des Gewandes. Die Frauen hielten seit früher Zeit traditionell ihren Oberkörper unbedeckt. Lakshmi, die Göttin der Schönheit, zeigt ihre Brüste, die ganz in frühindischer Tradition ausgeformt sind. Im Gegensatz zu den indischen Darstellungen jedoch sind die Khmer-Göttinnen nicht aufreizend dargestellt. Die erotischen Aspekte der Hindu-Ikonographie fehlen völlig. Die breiten Hüften stehen symbolisch hier nur für Fruchtbarkeit und potentielle Mutterschaft.

Die archaisch wirkende, stark stilisierende Darstellungsform ohne jeden Schmuck steht in starkem Gegensatz zu der individualisierten Ausarbeitung des Gesichtes, welches mit den betont geschwungenen Augenbrauen und der schmalen, aber kurzen und geraden Form der Nase eher ethnisch auf Mon-Vorbilder hindeutet. Interessanterweise wird durch den angedeuteten Hüftschwung der linken Hüfte (abanga) das starre Konzept der samabhanga-Komposition zum Teil aufgehoben. Ähnliches findet sich nach unserer Kenntnis erst wieder bei der Durga von Tuol Kamnapa aus dem 7.-8.Jh.

Die hier vorgestellten Stücke zeigen alle stilistischen Merkmale der Statuen, die später zwischen 1989 und 1995 bei Grabungen in der Gegend von Chau Doc im heutigen Viet Nam in der Nähe der kambodschanischen Grenze gefunden wurden Diese sind dem frühen Phnom Da-Stil zuzuordnen. Nach Dupont, La statuaire préangkorienne, 1955, gehören sie stilistisch in das 6. bis 7. Jh. n. Chr. Die neueren Ausgrabungen sprechen jedoch für eine zeitlich frühere Entstehungszeit der Prä-Khmer-Statuen aus der Oc Eo-Region des Mekong-Beckens.

Die Figur im originalen Fundzustand ohne Sockelung wurde aus grau-grünlichem Hartstein geschaffen wie die meisten der heute bekannten Statuen. Der Grad der Oxydation und die Färbung des Steines an den Bruchstellen der Arme entspricht dem der übrigen Steinoberfläche.

vgl.:
Art and Archeology of Fu Nan, ed. by J. Khoo, Bangkok 2004, Abb. S.47, S.54
Dupont, P., Art de Dvaravati et art khmer. Les Buddhas debout de l'époque du Bayon. (=Revue des arts asiatiques, X, p. 63-75)
Dupont, P., La statuaire préangkorienne, Ascona 1955,
Entdeckungen. Skulpturen der Khmer und Thai, Stuttgart 1989, Abb. S. 50, 52
Angkor. Hrsg.v. De Fabiani, V., Vercelli 2002, Abb. S. 31
Dalsheimer, N., Les collections du musée de Phnom Penh, L'art du Cambodge ancien, Paris, 2001, Abb. S. 81

     
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